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Datenschutz oder Mehrwert?

Freitag, den 23. April 2010 um 12:01 von Florian

Facebook hat auf seiner f8-Konferenz einige interessante neue Funktionen vorgestellt. Website-Betreiber können mit wenig Aufwand Facebook-Funktionen in die eigene Website integrieren. Das macht es den Besuchern noch leichter, mit der Website zu interagieren – oder auch die Website mit Freunden zu teilen. Das bietet dem Betreiber einen deutlichen Mehrwert.

Allerdings bedeutet das auch, dass Facebook jederzeit weiß, welcher Facebook-Nutzer sich wann auf welcher Website (wenn die Funktionen dort eingebaut sind) unterwegs ist. Auch bei nicht in Facebook eingeloggten Besuchern werden diese Daten pseudonymisiert erfaßt und können ebenfalls ausgewertet werden. Damit bekommt Facebook wirklich überall im Internet mit, wer wann wo was macht.

Ich tue mir schwer bei der Entscheidung, ob ich die Vorzüge von Facebook für den Episodenguide nutzen möchte (stärkere Vernetzung, schnellers Wachstum) oder stärker darauf achten soll, dass Daten über meine Besucher nicht (unkontrolliert) an Dritte weitergegeben werden sollen.

Aktuell biete ich beim Episodenguide rechts oben eine “Datenschutz-Einstellung” an, mit der jeder Besucher das externe Tracking deaktivieren. Allerdings ebenfalls nur als Opt-Out-Variante. Folglich wird jeder erstmal getrackt, bis er dem widerspricht. Eventuell könnte ich diese Einstellung noch etwas erweitern und gezielt abfragen, ob die Besucher die Facebook-Funktionen nutzen wollen – jedoch als Opt-In-Variante. Zudem könnte ich die verschiedenen hier verwendeten Tracking-Lösung einzeln aktivieren/deaktivieren lassen. Ich vermute, dass die meisten Besucher nur Google Analytics blockieren wollen. Die anderen Lösungen stellen keine solche “Gefahr” für den Datenschutz dar.

Was ist eure Meinung dazu?

3 Kommentare zu „Datenschutz oder Mehrwert?“

  1. miwix sagt:

    In der heutigen Zeit bin ich gegen den Datenschutz:
    Der vergangene, aktuelle und für die Zukunft angestrebte Datenschutz hatte und hat nur ein Ziel:
    Die Justiz / der Staat wird alle Informationen über jeden erhalten und damit lückenlose Persönlichkeitsprofiele erstellen.
    Der Staat wird bestimmen wer welche Daten sammelt und erhält, um sich damit wieder einen Machtvorteil zu erhalten und weiter auszubauen…
    http://www.justice.getweb4all.com/reform.php

  2. Florian sagt:

    @miwix: Unter Datenschutz verstehe ich den grundsätzlich verantwortungsbewußteren Umgang mit Daten von Dritten. Was auch bedeutet, dass nicht benötigte Daten auch nicht gespeichert werden.
    Das sich er Staat an einigen Stellen sich das Recht rausnehmen will, über den Datenschutz zu stehen, finde ich nicht gut. Auch der Staat hat sich an den Datenschutz zu halten und sollte daher keinerlei Daten von Bürgern speichern, die er nicht unmittelbar benötigt. Um einen staatlichen Mißbrauch der Daten zu verhindern, sollten aber auch Firmen, Organisation und Betreiber von Websites nur diese Daten speichern, die sie wirklich benötigen.

    Daten, die nicht gespeichert wurden, können vom Staat auch nicht zweckentfremdet werden.

    Ob Facebook verantwortungsbewußt mit den hier gesammelten Daten umgeht, kann ich leider nicht genau beurteilen. Die Funktionen bieten aber grundsätzlich einen Mehrwert für die Website. Um einen sinnvollen Mittelweg zu finden, ist mir die Meinung meiner Besucher sehr wichtig.

  3. Datenschutz bezeichnet den Schutz des Einzelnen vor dem Missbrauch personenbezogener Daten.

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